20 Tage BLITZGESCHICHTEN 3# Was wir erlebten – Techno Classica 2015

Was neben dem ganzen Gewusel noch so auf der Erlebnis-Agenda stand und uns fernab von Computern und Terminen so erfreut hat – die Techno Classica 2015 und das 627. Bochumer Maiabendfest.

Nach der Vorankündigung an die Twitter- und Facebook-Gemeinde haben wir uns am letzten Messetag auf den Weg nach Essen gemacht und zack – standen wir in der alljährlichen Techno Classica, inmitten eines Wusts von Old- und Youngtimer-Freunden und Hunderten von Autos.

Wir reißen an dieser Stelle nur die für uns nennenswerten Attraktionen und Begebenheiten an.

Zuerst fiel uns die – diplomatisch ausgedrückt – exorbitante Präsenz an alten Porsche-Karren auf. Es ist ja nicht so, dass Porsche schlechte Autos baut oder sie nicht in irgendeiner Art schön anzuschauen wären. Aber alle zwei Meter über einen 911er zu stolpern langweilt einen doch schon sehr.

Die Frage, die sich uns stellte: Woher kommt dieses Überangebot an historischen Porsche-Wagen? Rührt es von einem reell vorhandenen breiten (Kauf-)Interesse her? Oder hat es sich mittlerweile herumgesprochen, dass ein Porsche in der Garage doch eher das Leitbild vom „gut situierten Geschäftsmann mit viel Kohle ohne individuellem Geschmack“ repräsentiert? Warum sonst wollen auf einmal alle ihren Porsche verhökern? Man weiß es nicht … :-)

Faszinierenderes gab es auf jeden Fall zu entdecken: Neben der netten Concept-Car-Präsentation von Mercedes und dem schick aufgemachten Stand von Volkswagen hatte man hier und da noch die Möglichkeit, ein paar speziellere Perlen zu erspähen.

Unser persönliches Highlight aber war – ihr könnt es euch schon denken – in Halle 2 zu finden: Opel feierte „50 Jahre Konzeptfahrzeug“ und hatte auf 650 m² sich jede Mühe gemacht, ihre Prunkstücke aus dem eigenen Design-Zentrum (1964 unter dem Namen „Styling-Studios“ eröffnet) zu präsentieren.

Kaum in Halle 2 gelangt, schlug das Herz schon einen Takt schneller und die Kamera musste schleunigst ausgepackt werden. Wann hat man schon die Möglichkeit, zehn Ikonen und Konzeptstudien der deutschen Automobilkunst im Vorbeigehen zu begutachten?

Das Jubiläum der GT-Präsentation (1965 auf der IAA Frankfurt) prägte maßgebend den Messestand – auf der einen Seite die Studien GTC und GT-W Genève (Ein Jammer! Warum nur wurde er nicht realisiert?), auf der anderen Seite das fertige GT-Serienmodell, das zur Legende geworden ist. Als Verbindung dazu das 1:1-Demo-Modell, dass zur Hälfte die Studie und das Serienmodell vergleicht. Die Unterschiede im Querschnitt so anschaulich zu zeigen war für den interessierten Auto- und GT-Liebhaber ein Schmankerl sondergleichen und vergleichbar nicht auf der Messe anzutreffen. Und Liebhaber gibt es viele, denn heute gehört der Opel GT zu den begehrtesten Opel-Oldtimern!

Apropos begehren: Es gab (vor allem für Meike) am Stand ein festes Ziel, namentlich bekannt als die Opel-CD-Studie. Wer am Samstag oder Sonntag Twitter verfolgte, wusste darüber Bescheid. GT hin oder her: Das schönste und aufregendste Auto, das auf dem Reißbrett eines deutschen Automobilherstellers jemals entworfen wurde, ist in ihren Augen der CD. Daran gibt es nichts zu rütteln. Die Art und Weise, wie sie diesen Wagen anhimmelt, könnte man beinahe unter „echte und irrationale Liebe“ verbuchen. Da es LEIDER bei einer Studie blieb, kann sie sich im realen Leben zumindest an dem seltenen Anblick von fahrenden Bitter-Modellen ergötzen.

Schön spacig ist die CD-Studie von 1969 allemal: Die Front ist voll verglast und nur der Wagen 1,11 m flach. Das Design wirkt wie aus einer anderen Galaxie, wenn man Studien anderer Autohersteller dieser Zeit mit dem CD vergleicht. In Sachen Innovation und Experiment hat Opel damals den Vogel wahrlich abgeschossen. Und plötzlich steht still und heimlich dieses wehmütige „Was wäre wenn …?“ im Raum. Im Hinterkopf beginnt die Fantasie zu arbeiten. Wo ständel Opel nun, wenn man diesen Weg weitergegangen wäre? Am besten mit einem CD-Serienmodell mit V8-Verpflanzung. ;-)

Aber zurück in die Realität! Dort gab es am Stand wirklich ein V8-Schmuckstück zu bestaunen; äußerst rar und optisch an die Classic-Schlachtschiffe der US-Autobauer erinnernd.

Wir sprechen über das ausgestellte Diplomat A Coupé, das ebenfalls 50. Geburtstag feierte. Diese Variante der Diplomat-V8-Limousine ist eine Rarität von besonderer Eleganz. Es wurden damals nur 347 Exemplare gebaut.

Bei so viel in Metall geklöppelter Detailliebe hätte man sich gewünscht, dass am Messestand kleine Klapphocker ausgegeben worden wären, um sich bei Bedarf auch mal hinzusetzen und in Ruhe die Autos auf sich wirken zu lassen. Klapphocker kennt man von Museen. Wir fänden diese Idee auch für solche Messestände nicht schlecht, zumal die von Opel präsentierten Schmuckstücke förmlich nach längerer Beachtung schrien.

Besonderer Dank und Grüße gehen an dieser Stelle an die Alt-Opel-Interessensgemeinschaft und den Dachverband der GT-Clubs, die den Opel-Stand am Sonntag personell betreuten. Unter anderem freuten wir uns über das spontane Wiedersehen mit Frank, der uns für das erste Motiv seinen Kadett B zur Verfügung stellte.

Beim weiteren Rundgang über die Messe gab es hier und da noch ein paar vereinzelte Exponate aus dem Hause Opel zu entdecken: Neben Fahrrädern und einem Motorrad erblickten wir in einer Halle plötzlich einen 105 Jahre alten Opel-Wagen. DAS nennt man nun wirklich historisch. Weniger historisch, aber für Käufer umso interessanter für den Hausgebrauch, waren dann schon eher die zwei einzigen Opel-Fahrzeuge, die wir als Verkaufsobjekte ausmachen konnten – beides Manta-Modelle.

Zwischen all dem Umherlaufen, Spähen und Recherchieren machte sich dann doch irgendwann auch bemerkbar, wie viel Geld man ausgibt. Klar, Messepreise sind Messepreise – aber für eine kleine Eiskugel zwei Euro löhnen zu sollen war uns dann doch zu blöd. Es blieb bei einem Bier, das bei den Temperaturen auf der Außenanlage echt angebracht war.

In den letzten 45 Minuten vor Messeschluss haben wir uns noch durch die marginal vertretene und leider etwas „stiefmütterlich ausgelagerten“ oberen Hallen gekämpft und sind durch den angefangenen Abbau der US-Car-Abteilung gehetzt. Schade, dass wir nicht eher dorthin gefunden hatten. Beim nächsten Mal schaffen wir es vielleicht ja pünktlicher.

Mehr gibt es über den Tag auf der Techno Classica auch nicht zu berichten. Wir hoffen, ihr habt etwas Freude am Bildmaterial.

Bis dann!
Euer FreiNachVorn-Team

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