20 Tage BLITZGESCHICHTEN 4# Was wir erlebten – Bochumer Maiabendfest

Was neben dem ganzen Gewusel noch so auf der Erlebnis-Agenda stand und uns fernab von Computern und Terminen erfreut hat – unser Spontanbesuch des 627. Bochumer Maiabendfest-Umzugs.

Zugegeben: Sehr viel haben wir vom Maiabendwochenende in Bochum leider nicht mitbekommen. Der Zapfenstreich am Freitag ging arbeitsbedingt an uns vorbei, irgendwann muss man ja auch die Aufträge zwischen Blitzgeschichten noch abarbeiten.

Dafür war der Samstag dann zumindest etwas freigeschaufelt, sodass wir den Umzug anschauen konnten. Und was es da zu schauen gab!

Aber nochmal ganz von vorn – was hat es mit den Feierlichkeiten rund ums Maiabendfest in Bochum überhaupt auf sich?

Das Bochumer Maiabendfest ist eines der ältesten Heimat- bzw. Volksfeste Deutschlands: Der Ursprung liegt bei der sogenannten Dortmunder Fehde im Jahre 1388. Damals hatte es sich eine Gruppe Dortmunder Söldner herausgenommen, einfach so eine Horde Vieh zu rauben.

Die Bochumer Junggesellen ließen diese Tat nicht auf sich sitzen und holten sich das Vieh erfolgreich zurück. Zum Dank genehmigte Landesherr Graf Engelbert III. von der Mark den Bochumern auf alle Zeit das Recht, sich am Vorabend des 1. Mai einen Eichbaum aus seinen Wäldern zu schlagen und ihn vor Sonnenuntergang in die Stadt zu bringen. Dort angekommen sollte er unter den Hammer kommen und vom Erlös ein Fest gefeiert werden.

Und genau DAS tun die Bochumer bis heute – dieses Jahr zum 627. Mal. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist also alljährlich der letzte Samstag im April, und viele Bochumer zieht es dafür vom durchgesessenen heimischen Sofa in die Stadt.

So erging es auch uns: Wir wollten unbedingt den großen Festumzug und den Einmarsch in der Innenstadt miterleben. Petrus meinte es leider mit den Bochumern dieses Jahr nicht so gut: Bis zum Nachmittag ging feiner Nieselregen nieder. Trotzdem vermieste das Wetter den Festzugsteilnehmern auf ihrem Rückweg von Bochum-Harpen in die Innenstadt nicht die Stimmung. Gut gelaunt präsentierten sich die verschiedenen Gruppen beim Einmarsch, und man hörte von allen Seiten den „Blau-Weiß“-Gruß an die Besucher. Besonders erfreut waren natürlich die Kleinsten – denn auf dem Festumzug gab es massig Süßes für Jung (und auch Alt) zu fangen. Wir gaben natürlich alles, was uns so in die Hände fiel, an die Stepken weiter.

Der Tross an festlich gekleideten Gruppen war erstaunlich lang, man bekam viel zu bestaunen und zu hören. Die Maiabendgesellschaft nämlich ist in viele kleine einzelne Gruppen untergliedert, wie man das auch so vom Karneval kennt. Jede einzelne Gruppe hat ihr eigenes Vereinsleben und führt regelmäßige Aktionen durch, welche über das ganze Jahr verteilt sind. Neben den Junggesellenoffizierscorps, vier Kompanien, zwei Klangkörpern und Sportgruppen, die mitliefen, gab es auch Formationen von Außerhalb – und alle fanden sich fürs Wochenende zur großen Sause ein.

Wir hoffen, die entstandenen Bilder bereiten euch Freude.

Schön mit anzusehen, wie ein traditionelles Event wie das Maiabendfest erhalten und so liebevoll gepflegt wird. Es sieht gut danach aus, dass dieses Brauchtum noch für die nächsten Generationen erhalten bleibt.

Bis zum nächsten Jahr!

Das FreiNachVorn-Team

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